Physalis pflanzen: Anbau, Standort & Pflege

Die Physalis ist so exotisch wie lecker. Daher wollen vielen Menschen die Physalis pflanzen und sich im eigenen Garten an den Früchten zu erfreuen. Man kennt die exotische Physalis auch als Andenbeere und vor allem als Dekoration auf Süßspeisen und Grundlage für Marmelade. Auch als Lampionblume, Kapstachelbeere, Blasenkirschen oder Judenkirschen werden die Physalis bezeichnet. Die kleinen Früchte schmecken süß-säuerlich mit einem Hauch von Stachelbeere und beinhalten viele Vitamine und Nährstoffe. Im subtropischen Klima von Südamerika gedeihen sie schnell und auf fast allen Böden. Bei uns benötigen sie drei bis vier Monate von der Aussaat bis zur Ernte. In europäischen Kräuterbüchern und in den Überlieferungen alter amerikanischer Kulturen wird davon berichtet, dass die Physalis gut bei Harnwegserkrankungen eingesetzt werden kann.

Physalis pflanzen

Physalis pflanzen: Anbau, Standort & Pflege auf einen Blick

Physalis Anbau
  • Vorgezogene Setzlinge verwenden
  • Pflanzen im späten Mai, unbedingt nach dem letzten Frost
  • In Abständen von bis zu 100 x 100 cm setzen
Optimaler Physalis Standort
  • Normaler, leicht sandiger Gartenboden
  • Wichtig: ein Platz an der Sonne
  • Es darf nicht zu Stauwasser kommen
  • Ausreichend Platz für die wuchernden, buschigen Pflanzen
Richtige Physalis Pflege
  • Wenn nötig ausgeizen
  • Regelmäßiges Gießen
  • Nicht überdüngen
Physalis düngen
  • Nur wenig bzw. anfänglich düngen
Physalis ernten
  • Drei bis vier Monate nach Aussaat im Spätsommer ernten
  • Früchte mitsamt Lampion bei 10-15 Grad mehrere Wochen lagerbar
Physalis überwintern
  • Entweder als Topfpflanzen herein holen
  • Oder Setzlinge fürs nächste Jahr schneiden

Physalis pflanzen: Der richtige Anbau

Physalis können im Beet oder auch im Topf bzw. Kübel angebaut werden. Wichtig ist, dass sie erst ins Freie kommen, wenn es keinen Frost mehr gibt. Der Anbau kann entweder als Samen im Anzuchttopf erfolgen (Februar, Innenraum), oder als Setzling vom Vorjahr (März) oder als fertiges Pflänzchen aus dem Baumarkt bzw. der Gärtnerei (März). Die Physalis hat eine lange Vegetationszeit und sollte daher frühestmöglich gesetzt werden.

  1. Nach den letzten Frösten Ende Mai die vorgezogenen Jungpflanzen aussäen.
  2. 80 x 80 cm oder besser sogar 100 x 100 cm Abstand ist empfehlenswert, da die Pflanze sehr buschig wächst.
  3. Gießen Sie regelmäßig, aber vermeiden Sie Staunässe.
  4. Helfen Sie den Haupttrieben mit Stangen oder Klettergitter aus.
  5. Nur wenig Dünger ist nötig.
  6. Ausgegeizt kann werden, muss aber nicht.
  7. Sieben bis zehn Wochen nach der Blüte sind die Früchte erntereif.

Tipp: Lagern Sie die Früchte in den schützenden Lampions trocken bei 10 bis 15 Grad. Auf diese Weise sind sie mehrere Wochen haltbar.

Optimaler Physalis Standort

Physalis Pflanzen fühlen sich auf vielen Böden sehr wohl. Sie wachsen wirklich fast überall. Für die beste Fruchternte empfiehlt es sich aber, die Pflanze in nicht zu stark gedüngten Boden einzubringen. Ist die Nährstoffversorgung durch den Boden zu groß, neigt die Physalis dazu zu wuchern und bildet nur wenige Früchte aus. Sandiger und normaler Gartenboden bringt die besten Ergebnisse. Wichtig ist eine ausreichende Versorgung mit Wasser, da muss auch schon mal der Gartenschlauch nachhelfen. Ebenso die Sonne ist sehr wichtig für eine ertragreiche Ernte. Physalis Pflanzen sind richtige Sonnenanbeter.

Richtige Physalis Pflege

Die Physalis Pflanzen brauchen ausreichend Wasser, welches aber immer gut abfließen können muss, um Fäulnis zu vermeiden. Die Physalis neigt zum Wuchern, weshalb man Seitentriebe immer schneiden sollte. Zusätzlich gedüngt muss die Physalis nicht werden. Was sie brauchen ist allerdings viel, viel Sonne.

Physalis Pflege

Physalis düngen

Physalis sind sehr nährstoffhungrig. Gibt man ihnen zu viel Nährstoffe, wuchern die Pflanzen und bilden nicht so viele Früchte aus. Ein gesunder, normaler Gartenboden mit etwas Sand oder Kies bietet in der Regel ausreichend Nährstoffe.

Physalis ernten

In unseren Gefilden reifen die Physalis erst relativ spät. Wird bereits im März ausgesät, kann im August bzw. September geerntet werden. Die Vegetationszeit ist in Mitteleuropa wesentlich länger, da die Physalis ursprünglich aus den Subtropen stammt. Beim Ernten werden die Früchte einfach vom Strauch gepflückt.

Physalis überwintern

Eine häufig gestellte Frage ist: Ist die Physalis winterhart? Die Pflanze an sich ist nicht winterhart, will man sie über den Winter bringen gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Setzlinge schneiden und diese im nächsten Jahr pflanzen um die Kultur weiterzuführen.
  2. Die Physalis Pflanzen überhaupt in Töpfe anbauen und diese dann über den Winter in den Innenraum holen.

Achtung: Die Physalis Pflanzen sind sehr frostempfindlich.

Physalis schneiden

Um ein Wuchern zu unterbinden, können Seitentriebe abgeschnitten werden. Am Ende einer Saison können Setzlinge von der Pflanze für das nächste Jahr geschnitten werden.

Wo wächst die Physalis am besten?

An sonnigen Plätzen mit sandiger, normaler Gartenerde ohne viel Dünger.

Wie wächst die Physalis?

Die Physalis Pflanzen bilden Sträuche auf denen die Frucht wächst. Die Sträucher sind krautig und können bis zu anderthalb Meter hoch werden. Sie sind ausladend verzweigt und haben sehr oft kantige, violett überlaufende Stängel. Die Physalis Pflanzen neigen stark zum Wuchern und machen sich in ihrer Umgebung breit.

Wo kann man am besten Physalis Pflanzen kaufen?

Physalis Samen lassen sich am besten online bestellen oder als fertige Pflanzen in einer Gärtnerei kaufen. Hat man aus dem Vorjahr eigene Stecklinge, entfällt der Neukauf.

Wie Physalis ausgeizen?

Ausgeizen bedeutet die Seitentriebe von buschig wachsenden Pflanzen wie Tomaten zu schneiden, damit die Energie in die Früchte fließt und nicht auf diese Seitentriebe verschwendet wird. Die Physalis sollten ebenfalls ausgegeizt werden, damit ein Wuchern unterbunden wird, wozu die Pflanze ohnehin neigt.

Was sind für die Physalis gute Nachbarn?

Die Physalis benötigt viele Nährstoffe, sollte diese aber nicht unkontrolliert bekommen, um nicht zu wuchern. Deshalb eignen sich Pflanzen mit geringem Nährstoffbedarf sehr gut als Nachbarn für die Physalis. Hier einige Empfehlungen:

  • Feldsalat
  • Bohnen
  • Spinat
  • Kohl
  • Erdbeeren
  • Ringelblumen

Keine guten Nachbarn für das Nachtschattengewächs sind starkzehrende Pflanzen wie:

  • Kartoffel
  • Aubergine
  • Paprika
  • Tomaten

Mit diesen „schlechten“ Nachbarn besteht das Risiko von übertragbaren Krankheiten und eine Auslaugung des Nährbodens.

Was ist bei der Physalis Anzucht zu beachten?

Wichtig ist vor allem eine nicht zu stark gedüngte Blumenerde. Sie kann und sollte mit etwas Kies und Sand angereichert sein. Auch Blähton oder Perlit sind gut geeignet. Die Physalis darf nicht mit Nährstoffen überfordert oder mit stehendem Wasser ertränkt werden.

Ist Physalis giftig?

Die vollreifen Früchte sind keineswegs giftig sondern beinhalten viele Vitamine und wichtige Nährstoffe. Die Physalis, die zu den Lampionblumen gehört, enthalten in den grünen Pflanzenteilen Bitterstoffe. Diese Bitterstoffe können den Magen-Darm-Trakt reizen. Bei starken Reaktionen wir Durchfall und/oder erbrechen ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen. Die enthaltenen Steroidlactone können zu diesen Vergiftungserscheinungen führen. Sie sind in allen Pflanzenteilen, ausschließlich der genießbaren Beeren enthalten.

Wann Physalis anbauen?

Abhängig von der Pflanzart gibt es drei Methoden und dazugehörige Zeitpunkte zur richtigen Anbauzeit der Physalis.

  1. Samen ab Februar im Anzuchtkasten anbauen und Mitte Mai ins Freie setzen.
  2. Stecklinge aus dem Vorjahr Mitte Mai auspflanzen.
  3. Mitte Mai kann man sich auch fertige Topfpflanzen aus einer Gärtnerei holen.

Physalis anbauen

Physalis besser im Beet oder im Topf anbauen?

Wenn Sie Ihre Physalis Pflanzen nur eine Saison nutzen wollen, empfiehlt sich die Aussaat im Beet. Die Physalis kann dann ganzes Jahr an diesem Standort bleiben. Gegen Ende der Saison können Sie Stecklinge von den Pflanzen schneiden. Auf diese Weise können Sie die erfolgreiche Kultur im nächsten Jahr weiterführen.

Wenn Sie die Physalis überwintern wollen, ist es einfacher sie in Töpfe zu setzen. Damit umgehen Sie das Ein- und Ausgraben. Die Pflanzen brauchen allerdings genug Platz. Die Töpfe sollten einen Durchmesser von ca. 30 cm und eine Höhe von 50 cm haben. Auch Staunässe vertragen die Physalis nicht sehr gut, achten Sie daher unbedingt darauf, dass überschüssiges Wasser auch ungehindert durch Löcher in den Töpfen abfließen kann.

Krankheiten und Schädlinge der Physalis

Es gibt keine speziellen Krankheiten oder Schädlinge, die die Andenbeere befallen würden. Ab und an kann ein Befall durch die Trauermücke vorkommen. Insgesamt ist die Physalis aber recht robust, gesund und pflegeleicht.

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Thomas Ziegler
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